Traditionsmahl an Heiligabend

 

Warum bloß Kartoffelsalat?

In der Advents- und Weihnachtszeit haben Traditionen einen hohen Stellenwert. Auch beim Weihnachtsessen gibt es in vielen Familien feste Größen. Umfragen haben in der Vergangenheit immer wieder ergeben, dass Kartoffelsalat – zumindest am 24. Dezember – die unangefochtene Nummer eins ist. Beliebt sind aber auch Weihnachtsgans und andere Geflügelsorten, gefolgt von Raclette und Fondue.

Kartoffelsalat in der nordischen Variante: Hier gehört Mayonnaise dazu, im Süden Essig und Öl.
Bild: Kartoffel-Marketing

Kartoffelsalat ist ein Klassiker, der zum 24. Dezember jedes Jahr wieder auf viele deutsche Festtagstische kommt. Ob mit Essiggurken und Zwiebeln, Fleischwurst oder ohne, Radieschen oder Apfelstücken, Essig und Öl oder Mayonnaise – die Zutaten für den perfekten Kartoffelsalat sind wohl so unterschiedlich wie die Menschen, die ihn zubereiten. Während im Norden Deutschlands zumeist die Mayonnaise-Variante bevorzugt wird, schwören die meisten Süddeutschen auf Essig und Öl.

Was alle Rezepte und Zubereitungsarten verbindet, ist die Kartoffel. „Für den perfekten Kartoffelsalat sollte man eine festkochende Kartoffel verwenden“, empfiehlt Dieter Tepel, der Geschäftsführer der Kartoffel-Marketing GmbH. „Sie lässt sich auch nach dem Kochen noch besonders gut schneiden, ohne zu zerfallen.“

Dass Kartoffelsalat sich am Heiligabend solch großer Beliebtheit erfreut, hängt damit zusammen, dass das Weihnachtsfest auch in Deutschland früher erst am 25. Dezember groß gefeiert wurde. Grund dafür war eine zweite Fastenzeit, die Mitte November begann und erst mit dem ersten Weihnachtsfeiertag endete. Sie sollte an die Armut von Maria und Josef erinnern. Die sättigende Kartoffel war in der Fastenzeit das ideale Nahrungsmittel.

Ein weiterer Grund, der für Kartoffelsalat sprach, war, dass die meisten Menschen am 24. Dezember noch voll arbeiten mussten und alle Vorbereitungen für das anstehende Weihnachtsfest trafen: Sie schmückten den Baum, bereiteten die Festtafel vor und erledigten die letzten Einkäufe. Außerdem war das Geld in vielen Familien knapp und wurde für das Festtagsessen am ersten Weihnachtstag aufgespart.

So war der Kartoffelsalat für den 24. Dezember das ideale Essen: geeignet für die Fastenzeit, preiswert im Einkauf und gut einen Tag vorher zuzubereiten. Was damals praktisch war, wurde zur Tradition, die in vielen Familien bis heute Bestand hat und aus dem Kartoffelsalat einen echten Weihnachtsklassiker gemacht hat. (eg)

 

 

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