Böden sind für die Landwirtschaft vielerorts zu trocken


Wasserknappheit droht vorerst nicht

Schlagzeilen über eine drohende Dürrekatastrophe in der Region wurden in den letzten Tagen erfreulicherweise als Fehleinschätzung entlarvt. Aber auch die Niederschläge der letzten Tage können nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Region der Rekordsommer 2018 noch „in den Knochen steckt“.

Ein fast ausgetrockneter Rhein wie hier im Jahr 2018 steht wohl in diesem Jahr nicht bevor, da eine vorausgesagte Dürrekatastrophe eine Fehleinschätzung war.
Bild: distel2610

Die Experten vom Deutschen Wetterdienst lasen keinen Zweifel aufkommen: „Die Böden sind vor allem in tieferen Schichten noch immer zu trocken.“ Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, richtete mit dem Hinweis auf die trockenen Böden vor wenigen Tagen noch einen eindringlichen Aufruf an die Landesregierung, den landwirtschaftlichen Betrieben schnellstmöglich zu helfen.

Der Kreisvorsitzende des Verbandes, der Dierdorfer Landwirt Ulrich Schreiber, wehrte sich vor Journalisten aber auch gegen voreilige „Kaffeesatzleserei“. Abgerechnet, so der Landwirt, werde erst dann, wenn die Ernte eingefahren wurde.

Herausforderungen stehen an

Aber dass der Landwirtschaft unter Umständen durch den Klimawandel völlig neue Herausforderungen drohen, das Bewässern von Kulturen beispielsweise zum Regelfall werden könnte, das schließen heimische Bauern nicht aus. Vom Wasserkrieg, wie er vor Tagen durch das Bundesumweltministerium prophezeit wurde, will man aber zwischen Rhein und Westerwald weniger wissen.

Ein Grund dafür ist sicherlich auch die außergewöhnlich gute Situation in Sachen Trinkwasser-Versorgung im Kreis Neuwied. Das Engerser Feld im Neuwieder Becken erweist sich als ergiebige Lagerstätte. Während in anderen Regionen bereits Warnungen und Verbote vermeldet wurden, bleibt das Kreiswasserwerk gelassen.

Entwarnung für die Brunnen der Region

Aus 20 Metern Tiefe wird das Wasser fürs Kreisgebiet gefördert und die Brunnen haben dabei eine durchschnittliche Wassersäule von bis zu zwölf Metern. Selbst der trockene Sommer 2018, der in Serie spektakuläre Bilder vom Niedrigwasser im Rhein lieferte, konnte den Wasserspiegel in den Brunnen maximal um 50 Zentimeter sinken lassen.

Landrat Achim Hallerbach belegte seine Entwarnung unlängst mit eindrucksvollen Zahlen: „Die von der oberen Wasserbehörde genehmigten 4,2 Millionen Kubikmeter schöpfen wir nicht annähernd aus. Wir liegen im Schnitt bei 3,6 Millionen Kubikmeter pro Jahr. Für die Gemeinden, die wir über das Kreiswasserwerk versorgen, gibt es also genug Wasser.“ (fu)

 

 

 

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