Urlauber gehen auf Nummer sicher

 

Weiße Pracht nimmt ab

Die Nachrichten klingen nicht gut, vor allem für Wintersportfans. Nur eines von zehn Skigebieten in Alpen und Mittelgebirgen wird künftig schneesicher sein – das erwartet die Bundesregierung nach Informationen von „Spiegel Online“. Das dürfte sich dann stark auf den Skitourismus in Mitteleuropa auswirken.

Skier skiing downhill in high mountains against blue sky

Skifahrern und Snowboardern ist es natürlich wichtig, dass an ihrem Urlaubsort genügend Schnee liegt.
Bild: Fotolia

Ein Drittel der Skigebiete in den Alpen und den Mittelgebirgen könnte gegebenenfalls mit Kunstschnee in Betrieb gehalten werden – so steht es in der Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Bundestagsfraktion der Grünen, wie „Spiegel Online“ meldet. Bereits jetzt sei die Hälfte aller deutschen Skigebiete auf künstliche Beschneiung angewiesen.

Als Grund für den zu erwartenden Schneemangel sehen Klimaforscher vor allem den weltweiten Anstieg der Durchschnittstemperatur. Weniger schneesicher geworden sei laut dem Bericht der Bundesregierung das Berchtesgadener Land, das aber noch immer mehr als hundert Tage im Jahr schneesicher sei. Auch das Erzgebirge mit im Jahresdurchschnitt 97 Tagen Schneesicherheit und die Zugspitz-Region mit 124 Tagen verzeichneten einen leichten Abwärtstrend. Auch für die Skifahrer und Snowboarder zwischen Rhein und Westerwald kommt es bei ihrer Urlaubsplanung stark darauf an, ob genügend Schnee liegt.

„Unsere Kunden fragen schon danach, ob die Schneelage ausreicht. Und das ist ja meist ab 1500 Meter Höhe und in Gletscherskigebieten der Fall“, weiß Reiseexpertin Roswitha Fischer von Thomas Cook in Asbach. Deshalb werden bei ihr hauptsächlich Skireisen nach Österreich, speziell nach Tirol und ins Salzburger Land gebucht. „Dort kann man fast sicher davon ausgehen, dass ausreichend Schnee liegt“, so Fischer.

Dafür stöhnen dann einst schneesichere Urlaubsregionen wie der Hochschwarzwald, weil ihnen die weiße Pracht abhanden gekommen ist. „Dass die Winter nicht besser werden, ist keine Frage“, unterstreicht Volker Haselbacher von der Tourismus Hochschwarzwald GmbH. Schwieriger seien laut Haselbacher die zunehmenden Wetterkapriolen. Mal gebe es Schnee, kurz darauf Unwetterwarnungen und Stürme, dann wieder Föhn und Regen.

„Der Schneefall hat sich vielerorts nach hinten verschoben“, hält Julian Schmitz, Geschäftsführer der Ferienland Schwarzwald GmbH, fest. „Wir werden wohl öfter weiße Ostern als weiße Weihnachten haben“. Noch trüber schaut Meteorologe Andreas Matzarakis vom Deutschen Wetterdienst in die Zukunft. „Im Jahr 2050, plus oder minus ein paar Jahre, ist für Lagen unter 900 Metern Schluss. Dann gibt es dort keine guten Wintersportbedingungen mehr“. Dass Skifahrer also künftig in höhere Regionen ausweichen müssen und dies jetzt schon auch tun, beweist eine Umfrage des Ski-Portals Snowplaza. 650 Destinationen standen zur Wahl des besten Skigebiets 2016. Unter den Top 20 landeten 14 österreichische Wintersportregionen, vier französische und jeweils ein Schweizer und ein italienisches Skigebiet. Oberstdorf landete als bestplatziertes deutsches Skigebiet auf Platz 33. Den Einzelsieg holte sich Ischgl in Tirol, das sich nun die Ski-Krone 2016 aufsetzen darf.