Evangelische Jugend hat einen eigenen Escape Room gestaltet


Wer deckt den Umweltskandal auf?

Spiel, Spaß und Spannung verspricht der Besuch von so genannten Live Escape Rooms, die sich bei Rätselfreunden großer Beliebtheit erfreuen. Der weltweit erste kommerzielle Raum wurde 2010 in Japan errichtet. In Deutschland gibt es entsprechende Angebote seit 2013, inzwischen auch in vielen kleineren Städten. In Bad Honnef lädt derzeit ein von der Evangelischen Jugend (EJ) Bad Honnef initiierter Raum zum Teamspiel ein – und das sogar kostenlos.

RWN-Redakteurin Eva Geisler (rechts im Bild) beim Besuch des Escape Rooms der Evangelischen Jugend in Bad Honnef
Bild: H. W. Lamberz

Auf den ersten Blick wirkt der im Untergeschoss des Evangelischen Gemeindehauses gelegene Escape Room sehr unscheinbar. Weiße Wände, ein paar Schränke, zwei Tische, ein Regal, ein Waschbecken und eine Glasfront zum Garten hin – viel mehr scheint der Raum nicht herzugeben. Kennt man die dem Escape Room zugrundeliegende Story, die die Jugendlichen sich selbst ausgedacht haben und von der die Escape Room-Besucher vor Beginn des Spiels erfahren, macht alles gleich viel mehr Sinn: Demnach hat die Evangelische Jugend ihren Werkraum derzeit nämlich als Büro an den Enthüllungsjournalisten Alex B. Fall untervermietet, der in Bad Honnef einem Umweltskandal auf der Spur ist.

Bei seinen Nachforschungen ist er in eine Süßwarenfirma eingebrochen und sitzt nun in Untersuchungshaft. Daher müssen die Spieler in die Rolle seines Anwalts schlüpfen und versuchen, ihn zu entlasten, indem sie die von ihm bereits gesammelten Beweise finden und den Skandal aufdecken. Dafür haben sie genau eine Stunde Zeit – dann beginnt der Gerichtsprozess.

Von der ersten Idee bis zur Fertigstellung des Raumes verging etwa ein Dreivierteljahr. Auf der Suche nach einem neuen Jugendprojekt kam laut Jugendleiterin Marieke Rahn der Gedanke auf, das Thema „Plastik/Müll“ und „Escape Rooms, die bei Jugendlichen total angesagt sind“ zu verknüpfen. Um sich mit den Themen vertraut zu machen, wurden zunächst Referenten eingeladen, Ausflüge in einen Unverpackt-Laden sowie Escape Rooms gemacht und Escape Room-Brettspiele gespielt.

Danach machten sich die Jugendlichen Gedanken zu der Hintergrundgeschichte, Gegenständen, die in dem Raum eine Rolle spielen könnten und möglichen Rätseln, die nach und nach entstanden. Ab Januar wurde dann jeden Donnerstagabend fleißig an dem Escape Room gebaut. Insgesamt waren etwa 15 Jugendliche an den Arbeiten beteiligt.

Seit der Fertigstellung des Raums im Juni haben sich bislang ähnlich viele Gruppen auf das Abenteuer eingelassen. Meist handelt es sich um Jugendliche oder Kinder mit ihren Eltern. Kürzlich war auch eine Familie zu Gast, die selbst einen professionellen Escape Room betreibt und die Evangelische Jugend bei der Vorbereitung ihres Raums unterstützt hat. Rahn zufolge können zwei bis sechs Personen (ab etwa elf Jahren) gleichzeitig spielen.

Anders als in professionellen Escape Rooms üblich ist in Bad Honnef immer ein Spielleiter mit anwesend. „Bei jüngeren Spielern, die sich schnell ablenken lassen, muss man manchmal eingreifen, damit sie sich konzentrieren und bei einem Rätsel bleiben“, so Rahn. „Aber es gibt auch viele Gruppen, die man einfach machen lassen kann.“

Wichtig sei, dass die Teammitglieder viel miteinander reden, da bei der Lösung der Rätsel richtiges Kombinieren eine große Rolle spielt. Da der Reiz des Spiels verloren geht, wenn man zu viel weiß, sei an dieser Stelle nur verraten, dass der Raum auf jeden Fall mehr zu bieten hat, als man zunächst glaubt.

Wer den beliebten Freizeittrend ausprobieren möchte, kann sich per E-Mail an escaperoom@ev-kirche-bad-honnef.de melden und einen Termin vereinbaren. Der Besuch des Escape Rooms ist kostenlos, Spenden sind aber willkommen. Lange wird es den Escape Room in seiner jetzigen Form jedoch nicht mehr geben – es ist allerdings eine mobile Umsetzung geplant. (eg)

 

 

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