Knuspriges Süßgebäck ist keine chinesische Erfindung


Wie kam das Glück zum Keks?

Auch wenn hierzulande in nahezu jedem chinesischen Restaurant nach dem Essen Glückskekse verteilt werden – ihre Herkunft und Idee ist genauso wenig eindeutig und sicher, wie einige der weisen Sprüche, die auf den Zettelchen in ihnen stehen.

Gehört zum Chinarestaurant wie Stäbchen und Buffet: der Glückskeks
Bild: Fotolia/schulzfoto

Glückskekse seien „kei­ne echte chinesische Tradition, nicht wirk­lich“, sagt Xian Ming Hua, Inhaber des Chinarestaurants „Goldene Drachenburg“, As­bach. „Erfunden wurde der Glückskeks weder durch ei­nen Chinesen, noch in China. Im Gegenteil: Zeigt man ei­nem in China leben Chinesen einen solchen Glückskeks, wird bisweilen auch heute noch die Frage gestellt: ,Was ist das?‘“. Ins Reich der Mit­te wird das knusprige Süßge­bäck tatsächlich erst seit den 1990er Jahren exportiert.

Weil es über den tatsäch­lichen Ursprung an verläss­lichen Quellenbelegen man­gelt, prägen zwei Erklärungen die Entwicklungsgeschich­te. Und die haben einen ge­meinsamen Nenner. Sicher ist deshalb nur, dass Glückskekse eine Marketing-Idee aus den USA sind. Der älteren The­orie nach kam die Idee, sol­che Kekse herzustellen und sie nach dem Essen zu ver­teilen, dem japanischen Ein­wanderer Makato Hagiwara, der in San Francisco einen ja­panischen Teegarten im Gol­den Gate Park betrieb. 1909 soll er damit begonnen ha­ben, Glückskekse zum Tee zu verteilen und sie später auch Restaurantgästen nach dem Zahlen und vor dem Heimweg geschenkt zu ha­ben, damit diese sich über die fernöstlichen Weisheiten unterhalten und lange an ihn zurück denken mögen.

Die zweite Theorie schreibt die Erfindung der Glücks­kekse dem Unternehmer Da­vid Jung aus Los Angeles zu, dem Inhaber der Hong Kong Noodle Company – und zwar für das Jahr 1918. Diese Auf­fassung lässt allerdings of­fen, ob der Nudelhersteller in den dazwischen liegen­den neun Jahren Kontakt mit Hagiwaras Keksen hatte oder nicht. Und so entschied eine selbst ernannte histori­sche Kommission mit Sitz in San Francisco deshalb vor ei­nigen Jahren zugunsten von Hagiwara. Xian Ming

Hua ist es egal, auf wessen Erfindergeist die Glückskek­se zurückgehen. „Bei uns er­hält jeder Gast einen Glücks­keks. Wir verstehen das als eine freundliche Geste, ver­schenken damit eher Freu­de und Spaß als Glück. Für uns gehören die Glückskek­se einfach mit zu einem Be­such unseres Restaurants.“ Übrigens: Fans des Gebäcks sollten sich einen besonderen Termin jetzt schon vormer­ken – am 13. September ist Glückskeks-Tag. (imr)

 

 

 

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