Erfahrungen mit Kunstrasenplätzen

 

Wo der Ball auf Kunstrasen rollt

Ein gepflegtes Grün ist das Aushängeschild eines jeden Fußballvereins. Um die Spielflächen mit Naturrasen in einem tadellosen Zustand zu halten, ist jedoch einiges an Arbeit nötig. Wohl dem, der einen Kunstrasenplatz neuerer Generation hat. Denn dessen Pflegekosten sind deutlich niedriger und die Spieleigenschaften erreichen schon fast die der natürlichen Vorbilder.

Ostergras vor weißem Hintergrund


Bild: Fotolia/eyetronic

Ein „gesundheitsgefährdender, zweitklassiger Untergrund“ – so schimpften noch vor wenigen Wochen viele prominente Fußballerinnen über die Entscheidung der Fifa, im Juli erstmals eine Weltmeisterschaft auf Kunstrasen zu spielen. „Im Sinne des Sports“ haben sie ihren Widerstand aufgegeben. Und ganz im Sinne des Sports, der Vereine und der aktiven Spieler entscheiden sich immer mehr Clubs im RWN-Land ihre Spielfläche mit künstlichem Grün auszustatten. So wie etwa der SV Rengsdorf. Um den stetig steigenden Mitgliederzahlen, insbesondere im Kinder- und Jugendbereich, gerecht zu werden und den Verein für weitere Mitglieder attraktiv zu machen, wurde 2009 der alte und nicht mehr zeitgemäße Hartplatz zu einem Kunstrasenplatz der neusten Generation modernisiert.

Darüber hinaus wurde noch ein „Open-Air-Cagesoccer“ errichtet. „Wir sind mehr als zufrieden und glücklich über unsere damalige Entscheidung. Die würde heute genauso ausfallen, auch wenn sich unsere Erwartungen in punkto Pflegeaufwand nicht ganz erfüllt haben“, zieht Vorsitzender Rainer Runkel Bilanz. „Denn bei dem häufigen Spielbetrieb ist das einmalige Abziehen pro Woche wirklich notwendig.“ Damit bestätigt er die Empfehlung des DFB und des Experten Trojahn Heißt: „Ein Verein mit fünf oder sechs Mannschaften braucht eher keinen Kunstrasen.“ Der SV Rengsdorf hat zur Saison 2014/2015 insgesamt 14 Kinder- und Jugendmannschaften, eine Damenmannschaft, zwei Herren- sowie eine Alt-Herrenmannschaft zum Spielbetrieb gemeldet.

Der SV Eintracht Windhagen greift mit sechs Senioren- und sieben Jugend-Mannschaften aktiv ins Fußballgeschehen ein. Vor 24 Jahren war Windhagen die erste Gemeinde im Kreis Neuwied, die einen Kunstrasenplatz baute. „Mit dem nassen und dadurch schnellen Kunstrasenplatz hatten wir zunächst unsere Probleme. So stieg die erste Mannschaft 1992 nach nur einjähriger Zugehörigkeit zur Kreisliga A wieder in die B-Klasse ab“, erinnert sich Betreuer Mike Neue. 2003 wurde der Belag erneuert und 2014 komplett saniert. „Einen solchen Belag gibt es bisher nur auf den Färöer-Inseln, wo unsere Nationalmannschaft ein WM-Qualifikationsspiel bestritten hat“, verkündet Josef Konrads, erster Vorsitzender, stolz. „Vor ein paar Tagen war eine Delegation von Bayer Leverkusen zu Gast, um den Hightech-Kunstrasen in Augenschein zu nehmen.“ Mike Neue vergleicht: „Zwischen dem ersten und dem aktuellen Kunstrasen liegen Welten. Die Mannschaften, auch die Gäste, sind begeistert.

Die Balleigenschaften sind nahezu identisch mit denen von Naturrasenplätzen. Es gibt weniger Verletzungen und so manche können trotz Rückenproblemen spielen. Der neue Belag war für einige sogar das Argument, in Windhagen zu bleiben oder zu uns zu kommen.“ Von Wettbewerbsvorteilen will man in beiden Vereinen aber nicht sprechen. Man sieht einen kleinen Vorsprung bei Heim-, doch Nachteile bei Auswärtsspielen. Weil beim Bau eines Kunstrasenplatzs mit Kosten von 400.000 bis 500.000 Euro kalkuliert werden muss, „fehlt vielen Vereinen die Asche. Mit deutlich geringeren Investitionskosten ist unser extrem langlebiger Hybridrasen die Lösung für Kommunen und Vereine“, weist Eurogreen-Marketingleiter Peter Kappes auf eine weitere Alternative hin – entwickelt von den „Rasenmachern“ aus Betzdorf.

 

 

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