Wo man Prinzenwagen für die Ewigkeit baut

Sie sind fester Bestandteil der hiesigen Karnevalsumzüge – die Prinzen- und Motivwagen. Liebevoll, aufwändig und mit großem Engagement werden sie hergerichtet für die Tage der Tage im Jahr. Ein besonders gelungenes Exemplar hat sich auf seine vorletzte Reise gemacht: Nach schweißtreibendem Transport und Aufbau steht der Prinzenwagen der Dorfgemeinschaft Mendt-Irmenroth aus dem Jahr 2006 jetzt im Vorteil-Baucenter Asbach Parade.

Prinzenwagen

Ein Prinzenwagen aus dem Jahr 2006 weckt in der Karnevalsabteilung des Vorteil-Baucenters die Vorfreude auf den Höhepunkt der fünften Jahreszeit.
Bild: Presseagentur Funk

Wolle mer e hereinlooße? – Dä müsse mer hereinlooße! Auf seiner Suche nach einem absoluten Knaller für die Karnevalsabteilung im Vorteil-Baucenter Asbach ist Marktleiter Uli Hecken gleich vor der Haustüre fündig geworden: Bei der Dorfgemeinschaft Mendt-Irmeroth, auch bekannt als „die Wagenbaugesellschaft“  der Region.

Historischer Feuerwehrwagen

Seit 1988 sorgen die Prinzen- und Motivwagen der rührigen Gemeinschaft für viel Gesprächsstoff, Bauklötze staunende Augen und jede Menge Beifall. Und weil es beim Bau der Wagen sehr auf handwerkliches Geschick, die passende Baustoffe und geeignete Werkzeuge ankommt, war, zumal auch viele der „Dorfjumis“ das Warensortiments des Baucenters fast so gut kennen wie die eigene Jackentasche, der gemeinsame Nenner schnell gefunden: der Prinzenwagen aus dem Jahr 2006.

Das war das Jahr, in dem einer der „Köpfe“ der Wagenbauer selber Prinz war: Norbert I. (Schmitz).  „Er durfte deshalb beim Bau nicht mitmachen“, erzählt Thomas Bruns die Entstehungsgeschichte. „Sein Sohn hat uns verraten, was damals schon einige Zeit bei ihm auf dem Schreibtisch stand: Ein Modell des ersten Feuerwehr-Fahrzeugs in Buchholz – ein Benz aus dem Jahr 1912. Und den haben wir dann in Originalgröße 1:1 nachgebaut. Von diesem Fahrzeug haben wir sogar noch die Originalbereifung gefunden.“

„Und dieser Prinzenwagen steht heute noch genauso gut, schön und imposant da, wie so manch andere, die in unserer Werkstatt entstanden sind“, gibt sich Norbert Schmitz stolz. „Sogar der erste Prinzenwagen, den wir 1988 für Prinz Karl III. gebaut haben, ist heute noch in Betrieb!“

Prinzenwagen

Men at work: Lennart Bruns, Gottfried Schmitz, Thomas Bruns und Norbert Schmitz (v.l.n.r.) bereiten den Looping-Louie-Motivwagen für die diesjährigen Umzüge vor.
Bild: Presseagentur Funk

Weil die bis zu 15 aktiven Wagenbauer Prinzenwagen „für die Ewigkeit“ bauen, ist die „Made in Mendt-Irmeroth“-Qualität gefragt. Ihre beruflichen Erfahrungen und Kenntnisse kommen ihnen dabei zugute: Denn wenn Modellbauer, Maschinenbau-Ingenieur, Elektriker und Landwirte Hand in Hand und als Team ans Werk gehen, entfalten sich gewaltige kreative und handwerkliche Energien. „Wie das in einer echten Gemeinschaft üblich ist, besprechen wir uns nach Bekanntgabe des jeweiligen Mottos. Dann bringt jeder seine Idee auf den Tisch. Dann wird abgestimmt. Und ruckzuck geht’s los“, beschreibt Norbert Schmitz den Weg, den Prinzen- wie Motivwagen gehen, bevor sie dann auf den Umzügen präsentiert werden.

Demnächst in Belgien „im Dienst“

So wehmütig wie die Karnevalisten am Aschermittwoch Abschied nehmen von den tollen Tagen, so wehmütig wird sich auch die Dorfgemeinschaft Mendt-Irmenroth von ihrem „tolle, enmaliged jerät“ verabschieden: Eine Karnevalsgesellschaft in Belgien hat sich nämlich die „Dienste“ des Prinzenwagen anno 2006 gesichert.

Mehr zum Karneval im RWN-Land: rwn24.de/karneval/

 

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