Woher kommen unsere Nachnamen?

Asbach, Limbach, Hüngsberg – Müller, Schmidt, Schneider, Fischer, Weber, Meier oder Zimmermann – woher kommen unsere Namen?

Von Hermann-Joseph Löhr

klingelschild2906a

In Deutschland bilden Berufsbezeichnungen die häufigsten Nachnamen, im RWN-Land hingegen dominieren Ortsnamen die Klingelschilder. Bild: Fotolia/Fiedels

Gemeinden wie Asbach, Bad Honnef, Neustadt oder Hennef zählen zwar jeweils einige 1000 Einwohner, diese siedeln aber nicht auf einer zusammenhängenden Fläche. So ist Bad Honnefs Bürgermeisterin Wally Feiden zuständig für die Stadtteile Aegidienberg, Bad Honnef Stadtmitte, Rhöndorf oder Selhof, jedoch allein der Stadtbezirk Aegidienberg umfasst wiederum die 13 Ortschaften Ägidienberg (Kirchdorf), Brüngsberg, Efferoth, Himberg, Höhe, Hövel, Neichen, Orscheid, Retscheid, Rottbitze, Siefenhoven, Wintersberg und Wülscheid.

Asbachs Bürgermeister Franz Peter Dahl trägt Verantwortung für 48 verschiedene Gemeindeteile, Dörfer, Weiler und Einzelgehöfte zwischen Altenburg bis Zurheiden. Bürgermeisterin Jutta Wertenbruch in Neustadt „regiert“ über 56 Dörfer und Weiler, von Als-Au bis Wölsreeg, die allesamt wiederum nur eine Ortsgemeinde bilden. Und die Stadt Hennef (Sieg) umfasst rund 100 Ortschaften. Sie trägt daher auch den Beinamen „Stadt der 100 Dörfer“.

Und so kann man sich das mit der Entstehung und Notwendigkeit der Nachnamen gut vorstellen. Solange die Menschen so weit auseinander gezogen in ihren Dörfern wohnten, genügte es vom Hans oder Klaus zu sprechen. Wollte man es etwas genauer wissen, gab man dem Vornamen noch eine Ortsbeschreibung hinzu, wie Asbach, Limbach, Hüngsberg, Winkel oder Hügel. Als dann die Orte zu großen Kirchspielen und Städten zusammenwuchsen, brauchte man einen zweiten Namen für die zu beschreibende Person. Weil ja sonst keiner mehr weiß, welcher Hans gemeint ist, wenn es fünf in der Stadt gibt.

Also nahm man etwas Naheliegendes, damals vor mehr als 1000 Jahren. Den Bauernhof, den Namen der Wohnsiedlung oder den Beruf. Im Asbacher Telefonbuch taucht allein der Nachname Limbach rund 40 Mal auf. Auch viele andere Ortsnamen der Region wie Büllesbach, Asbach, Buchholz, Honnef, Zurheiden oder Krumbach wurden vor langer Zeit zu Familiennamen.

Anfang des 15. Jahrhunderts waren Familiennamen überall im deutschen Sprachraum anzutreffen. Die 100 häufigsten Nachnamen Deutschlands beginnen allerdings nicht mit Gemarkungen, sondern mit Berufen. Müller, Schmidt, Schneider, Fischer, Weber und Meyer stehen dabei an vorderster Stelle. Letzterer war übrigens ein Verwalter für die Landbesitzer.

Nicht selten nutzten die Menschen als Nachnamen auch den Namen des Vaters. So steckt im Nachnamen Michaelsen ursprünglich „Michaels Sohn“. Eine weitere Rolle für den Namen spielten auch die Eigenarten bestimmter Personen. So kamen etwa Nachnamen wie Klein, Dickbauch oder Kahlkopf auf.

 

Mehr zum Schwerpunkt-Thema „Namen“: rwn24.de/nomen-est-omen/

 

Schreibe einen Kommentar

Your email address will not be published.