Ziehhacke bereitete dem Erfolg den Boden

Ob Ast- oder Heckenschere, Grubber, Häufler oder Doppelhacke, ob Fächerbesen, Kremmer oder Kralle – im Sortiment der Marke Wolf-Garten findet sich so ziemlich jedes Gerät, das man sich im Hinblick auf die Gartenarbeit vorstellen kann. Auch Rasenmäher in fast jeder denkbaren Ausführung bietet die Marke mit dem markanten gelben Wolfsgesicht auf rotem Grund.

Wolf-Garten

Mit einer einfachen Ziehhacke begann 1927 die Wolf-Erfolgsgeschichte. Heute ist aus der einstigen Eisenhandlung ein breit aufgestellter Rasen- und Garten-Profi geworden, der auch High-Tech im Sortiment führt.
Bild: Wolf-Garten

Die Geschichte beginnt – recht passend – in der Tiergartenstraße in Betzdorf/Sieg. Hier gründete August Wolf mit seinen Söhnen Gregor und Otto im Jahre 1922 eine Eisenhandlung mit eigener Schmiede und Schlosserei.

Bereits im Jahr darauf wurde der Wolfskopf als Markenlogo eingeführt. Aus den eher bescheidenen Anfängen entwickelte sich bald eine Eisenwarenfabrik, die größere Produktionsflächen benötigte und daher 1925 in die Hallen einer ehemaligen Dampfziegelei in der Betzdorfer Wilhelmstraße umzog.

Zu den ersten Produkten, die das Unternehmen herstellte, gehörte die Ziehhacke. Dieses Gerät zur Arbeitserleichterung in der Landwirtschaft entwickelte Gregor Wolf im Jahre 1927. Die Idee war ihm gekommen, nachdem er auf dem Heimweg einen Bauern bei der Feldarbeit beobachtet hatte.

Die Ziehhacke gehört bis heute zum Sortiment des Anbieters – als Anbauteil des „multi-star“-Systems. Der Hobbygärtner kann mit ihr auch in eng bewachsenen Beeten mühelos unter und zwischen den Pflanzen jäten.

Dieser ersten Innovation folgten in den nächsten Jahrzehnten viele weitere. Beispielsweise fertigte die Wolf Geräte GmbH, wie die Firma seit 1943 hieß, im Jahre 1953 als erstes Unternehmen in Europa einen Rasenmäher mit rotierender Klinge. Fünf Jahre später brachte Wolf den ersten Elektro-Rasenmäher auf den europäischen Markt – und 1975 entwickelte man den geräuschärmsten Benzin-Rasenmäher der Welt.

Weitere Weltneuheiten, wie der Rasenmäher zum Mähen und Mulchen oder der erste Hybrid-Rasenmäher mit patentierter Akku- und Netztechnologie, trugen in den Folgejahren dazu bei, dass Wolf-Garten, wie man sich inzwischen nannte, zu einem Unternehmen von Weltruf wurde.

Dieter Wolf, der die Firma seit 1967 in der dritten Generation geleitet hatte, übergab die Geschäftsführung 1995 an seinen Sohn Gregor C. Wolf und stellte einen Beirat zusammen, damit der Übergang möglichst problemlos vollzogen werden konnte. Doch 2004 verkaufte die Familie ihre Anteile an einen Investor aus London, der zentrale Bereiche, Funktionen und Finanzmittel in Millionenhöhe aus Betzdorf abzog und in die Schweiz auslagerte.

2009 meldete Wolf Insolvenz an und wurde in der Folge an die US-Gruppe MTD, einen der weltweit größten Hersteller von Motorgartengeräten, veräußert. Im Oktober 2010 endete mit der Schließung des Stammwerks nach fast 90 Jahren die Ära von Wolf-Garten in Betzdorf.

Die Marke lebt selbstverständlich weiter und ist in nahezu jedem Baumarkt in Deutschland erhältlich. Heute ist Wolf-Garten einer der größten Komplettanbieter seiner Branche und verfügt über das breiteste Sortiment an Gartenprodukten für den Hobbygärtner in Europa.

Wolf-Garten ist übrigens nicht nur Experte in Sachen Rasenmäher, sondern auch im Bereich der Rasen-Neuanlage: Seit 1969 betreibt man auf über 100.000 Quadratmetern Fläche das größte Rasenforschungsinstitut Europas.

Ob dies und der Gewinn der Fußball-WM durch die deutsche Nationalmannschaft zusammenhängen, ist nicht bekannt. Jedenfalls hatte das Unternehmen 1990 die Rasenflächen in neun von zwölf Stadien in Italien ausgetauscht und während des Turniers deren Pflege betreut.

 

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