Zwischen Küche und Chefetage

Seit mehr als 100 Jahren fordern Frauen im März Gleichberechtigung, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, protestieren gegen Diskriminierung und prangern die Gewalt gegen ihresgleichen an. RWN blickt zurück.

Buchcover

Ein Plakat zum Weltfrauentag vor 100 Jahren

Die Teilnehmerinnen des ersten Internationalen Frauentags in Kopenhagen am 19. März 1911 kämpften für das Frauenwahlrecht, bessere Arbeitsbedingungen, ein Arbeitsschutzgesetz, Mutter- und Kinderschutz sowie eine 40-Stunden-Woche. Dafür hatten zuvor die Sozialistinnen des frühen 20. Jahrhunderts, allen voran die deutsche Frauenrechtlerin Clara Zektkin, den Grundstein gelegt.

Beim 2. Kongress der Sozialistischen Internationale 1910 in Kopenhagen forderte sie „Keine Sonderrechte, sondern Menschenrechte“ und setzte sich für die Einrichtung eines jährlichen internationalen Frauentags ein, der erstmals am 19. März an gleicher Stelle begangen wurde. Die Wahl dieses Datums sollte den revolutionären Charakter des Tages unterstreichen, war doch der Vortag der Gedenktag für die Gefallenen in Berlin während der Revolution 1848.

Der Frauentag etablierte sich, zunächst jedoch ohne bestimmten Termin. Erst 1921 wurde der 8. März als festes Datum offiziell festgelegt: Er erinnert an einen Textilarbeiterinnen-Streik 1908 in New York und den Arbeiter- und Soldaten-Aufstand 1917 in Petersburg, der die sogenannte „Februarrevolution“ auslöste.

Hierzulande erlebte der Frauentag im Dritten Reich einen Rückschlag: Er wurde verboten und durch den Muttertag ersetzt. Nach dem Weltkrieg fanden aber schon 1946 in der DDR wieder Feiern zum Frauentag statt. In den sozialistischen Ländern wurde die gesellschaftliche Befreiung der Frau mit offiziellen Feiern gewürdigt.

In der BRD hingegen wurde der Frauentag erst in den späten 60er Jahren von der neuen, autonomen Frauenbewegung wiederbelebt: Sie gingen auf die Straße, um für das Recht auf legale Abtreibung, gegen Gewalt gegen Frauen und für Gleichberechtigung auf dem Arbeitsmarkt und in der Politik zu demonstrieren.

Als einer der Höhepunkte in der Geschichte des deutschen Weltfrauentags gilt der „Frauen-Streik-Tag“ von 1994 mit bundesweit über einer Million Teilnehmerinnen. Seither steht dieser Tag wieder symbolisch für den weltweiten Kampf der Frauen um ihre Rechte und würdigt ihr Engagement gegen Diskriminierung, Gewalt und Krieg.

Den 8. März als Internationalen Frauentag anzuerkennen, beschloss die Generalversammlung der UN im Dezember 1977.

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